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Rumpfbau
Im folgenden Beispiel soll erklärt werden, wie ein Rumpf aus einer Negativform gebaut wird.
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Die zweiteilige Rumpfform wird mit Trennwachs und PVA Trennmittel behandelt.
Das Gewebe und die Kohlerovings werden ausgeschnitten. Das Gewebe wird dabei mit Übermaß ausgeschnitten. In diesem Fall außen und innen 49er Glas und in der Mitte 93er Kohle +/- 45°. Rechts und links je 2-2,5 Rovings 24K, oben und unten je 1. Aktuell wird gerne UD-Gelege verwendet, teilweise auch ohne 25er Deckschicht.

Mit einem Pinsel und viel Mühe und Zeit wird das Gewebe in die Konturen der Form einlaminiert, Rovings nicht vergessen... Mit Harz braucht man NICHT so sparsam sein wie sonst. Wichtig ist es, keine ungetränkten Stellen zu hinterlassen.
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Mit einer gebogenen, microverzahnten Schere wird die Nacht abgeschnitten. Dabei werden auf einer Formhälfte beide Seiten bündig abgeschnitten, auf der anderen Seite bleiben die Nähte ca. 5 mm oder etwas mehr über der Trennebene stehen. Vor dem Verschließen der beiden Hälften wird der Ballon mit dem Rohr und dem Schlauch zum Kompressor in die untere Formhälfte gelegt, ein nachträgliches einschieben würde das Gewebe verschieben!
Beide Formhälften werden mit einer 3mm dicken Unterlage aufeinandergelegt. mit einem Spatel o.ä. kann nun mit Hilfe einer Taschenlampe die Naht der Überstehenden Seiten in das Innere der Form gedrückt werden. Die Naht darf nicht zwischen den Trennebenen liegen!
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Dann kann die Form mit Schrauben verschlossen werden.
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Mit Überdruck (ca. 1- 1,5 bar) wird der Ballon in der Form aufgepumpt und bleibt bis zur Aushärtung unter Druck.
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Der Modellierballon wird auf ein 3-4mm Messingrohr aufgezogen und am (optimalerweise) aufgedickten Ende mit Tesafilm oder Gummiband fixiert. Vorne am Rohr ist eine Kugelgelenkkugel aufgelötet, so dass man keine scharfen Kanten hat, an denen der Ballon platzen könnte. Allgemein sind ein paar Dinge zu beachten: Die Form darf keine scharfen Kanten haben und sollte wenn möglich ganz geschlossen sein außer am Rumpfende, da sich an Öffnungen (z.B. für die Haube) der Ballon herausquetscht und platzen kann. Außerdem sollte die Form stabil genug sein, sonst dehnt sie sich aus und man erhält eine mehrer mm breite Naht... Das überschüssige Harz, welches der Ballon aus dem Gewebe presst, läuft in die Trennebene hinein, man glaubt es kaum, aber das Harz findet schon einen Weg nach draußen :)
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Nach dem Aushärten des Harzes wird die Form geöffnet und der Rumpf kann entformt werden. Wenn die Naht übergeschliffen wurde ist der Rumpf soweit fertig.
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Auf den Bildern erkennt man gut die Wirkung des Ballons: Die Rumpfnaht ist ohne Blasen und Unebenheiten, rechts sieht man, wie gut selbst scharfe Kanten und enge Radien perfekt angedrückt werden.