Slowflyer Technik
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Anlenkungen
Am einfachsten ist es, die Ruderanlenkungen mit 1mm (1-2x gestützt am Rumpf) oder 1,5mm Kohleschubstangen herzustellen. Am Servohebel und am Ruderhorn werden sie mit Schrumpfschlauch befestigt. Das Ruderhorn kann z.B. aus 0,4mm - 1mm Sperrholz, GFK oder aus Depron und einem weiteren Stück CFK-Stab gebaut werden. Zwischen Hebel und CFK Stange sollte ein wenig Spiel sein (max. 1 mm) damit sich die Anlenkung leichtgängig bewegen kann. Bei mehr Luft bekommt die Anlenkung Spiel und wird ungenau. Zur Sicherung wird der Schrumpfschlauch nach dem Schrumpfen mit etwas Sekundenkleber zusätzlich gesichert.
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Die Stäbe werden vorher rund geschliffen, damit alles schön spielfrei läuft. Am Ruderhorn wurde in diesem Falle ein Gabelkopf von Gabriel Stahlformenbau verwendet, sehr zu empfehlen die Teile! Weniger als nichts wiegt dieses Servohorn, wenn man Ruderhebel und Schraube dagegen auswiegt. Wer Internet hat, wird auch einen Computersender haben, mit dem man die Servomitte ein- bzw. verstellen kann. Ob es nun mit Seilanlenkung oder einseitig mit Schrumpfschlauch weiter geht... möglich ist beides. Ein passender Bohrer für strammen Sitz empfiehlt sich, zusätzliches Verkleben auch, aber Vorsicht: Kleber und Servogetriebe mögen einander nicht...
Das simpelste und wie ich finde "beste", weil schnell und leicht gebaute Ruderhorn, ist eines aus Depron. Die Stäbe werden zusammen geschrumpft, auf das Ruderhorn geklebt, fertig. Durch die großen Klebeflächen ist es stabil, und reißt nicht so leicht raus, wie abenteuerliche Holz-, GFK- oder Pfuschpulververstärkungen. Der Knickpunkt der Stäbe oben sollte natürlich auch hier genau rechtwinkelig über der Scharnierlinie sein. Vor dem Schrumpfen sollten die CFK-Stäbe mit einem Schleifklotz abgerundet werden, damit alles leichtgängig und spielfrei funktioniert.
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Tipp: Gesamte Einheit aus Ruderhörnern mit CFK-Stäben und Servohebel fertigen. Zuerst Ruderhörner verkleben, dann Servo so positionieren, dass die Ruder neutral stehen. Zum Servohebel: CFK Stab mit Feuerzeug erhitzen, das Harz verbrennt, die Fasern bleiben, dann bei gewünschtem Winkel mit dünnflüssigem Sekundenkleber wieder härten. Obacht beim verkleben mit dem Servohorn: gut anrauen und mit Faden umwickeln oder mit Schrumpfschlauch und Sekundenkleber sichern!
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Mit Hilfe zwei kleiner GFK- oder Holzplättchen und einem 1,5 mm CFK Rundstab lassen Ruderhörner auch folgendermaßen einfach und gut bauen: In die Platten wird ein passendes Loch gebohrt, der CFK Stab wird hinein gesteckt und einseitig verklebt, die Mitte der Stablänge ist dabei auf der Scharnierebene. wenn die Platte auf der anderen Seite verklebt wird, kann der Stab evtl. noch korrigiert bzw. rechtwinkelig ausgerichtet werden. Bei einer Seilanlenkung wird er so nah wie möglich an das Scharnier gesetzt, etwa 2-3mm dahinter. Bei einer Anlenkung mit Stab und Schrumpfschlauch wird der Anlenkpunkt über der Scharnierebene ausgerichtet. Hier stabilisieren die Plättchen zusammen mit den V-Förmig angeordneten CFK Flachprofilen das ganze Höhenruder zusätzlich.
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Große Hebel an Servos und Rudern verkleinern Spiel und sind optimal für eine sehr präzise Anlenkung. Die Ruderhörner haben 50mm Lochabstand, der rot markierte CFK Stab auf dem Höhenruderservohorn ist ca. 70mm lang.
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Bei Querruderanlenkung sollte generell folgendes beachtet werden: Die Winkel zwischen Servohebel und Seil (oder Stäben) müssen 90° betragen, um symmetrische Ausschläge zu bekommen. Die Seile oben sollten auf dem Weg zur Umlenkrolle etwa parallel zu den unteren Servos laufen, um verbiegen der Ruderhörner zu vermeiden. Das heißt die Umlenkrolle ist weiter vorne angebracht als das Servo.
Allgemeines zu Seilanlenkungen:
Im laufe der Zeit haben sich folgende Sachverhalte ergeben: Der Ausdehnungskoeffizient von Depron (geschäumtes Polystyrol) und Schnüren jeglicher Art (gestreckte Polymerketten) ist stark unterschiedlich. Das heißt: bei Flügen in der Kälte schrumpft das Depron aufgrund der großen enthaltenen Luftmenge wesentlich stärker zusammen als die Schnüre. Diese hängen dann stark durch, bei den üblichen, geflochtenen Schnüren (Dyneema, Kevlar, Fireline, Coramid, Corastrong usw.) macht das etwa 1-2cm Durchhängen und somit etwa +/-5mm Ruderspiel aus. Damit ist präzises Fliegen nicht möglich. Glatte Nylonschnüre lassen sich durch ihre hohe Dehnung vorgespannt am Modell befestigen und hängen nicht durch, sind allerdings generell weicher. Es ist kaum möglich, wirklich steife Anlenkungen zu bauen. Mein Resultat: für "Draußen"-Modelle eignen sich Seilanlenkungen leider nicht wirklich.
Mögliche Anlenkungen für kleinere Modelle oder "richtige" Slowflyer (keine 3D Shockflyer)
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<--Eine Querruderanlenkung mit 1mm CFK und 0,4mm Sperrholz Ruderhörnern. Bei Ausschlag sieht man gut, wie der Schrumpfschlauch als Scharnier dient.
Als Ruderhorn bei Seilanlenkungen für kleine Modelle ohne starke Belastungen (keine 3D Shockflyer) kann einfach ein Stückchen weißes Bowdenzugröhrchen (Durchmesser 2mm/1mm) verwendet werden. Das Röhrchen wird in der Mitte leicht geknickt (kalt, zwischen den Fingernägeln), und so eingeklebt, dass die Enden genau mit den Scharnier übereinstimmen, uns somit die Seile von der Seite gesehen jeweils im Drehpunkt des Scharniers liegen. (Auf dem Foto ist es rechts nicht ganz optimal, um zu zeigen wie man es nicht macht :-) Ebenso muss der Abstand rechts und links vom Scharnier gleich sein. Bei einseitigem Scharnier, wie bei z.B. Tesascharnieren, muss die Mitte des Ruderhorns im Scharnier sein, und nicht in der Mitte des (hier) 3mm dicken Materials! Wer es nachmisst, sollte auf der Nicht-Scharnierseite also eine ca. 3mm "kürzere" Hälfte haben. Das Seil kann nun einfach durchgezogen werden zum Servo. Verknotet wird es auf einer Seite irgendwo zwischen Ruder und Servo Es sollte im Ruderhorn aber mit etwas Klebstoff gegen verrutschen gesichert werden!!!
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Das Seil wird durch das Servohorn gefädelt. Zur Sicherheit sollte es mit Klebstoff gesichert werden.
Querruderverbindung Doppeldecker
Bei Doppeldeckern werden die oberen und unteren Querruder miteinander verbunden, ein Servo bewegt alle 4 Ruder. Die Verbindung erfolgt mit einer 1,5mm Kohlefaserstange. Als bewegliche Verbindung zwischen Ruder und Stange wird ein Stück 0,5 oder 0,6mm Stahldraht verwendet. Dieses wird wie auf dem Foto gebogen und greift (hier links) ca. 3mm weit ins Ruder. das Ganze wird mit Klebeband gesichert. Die 3mm, die in das Ruder greifen, verhindern ein verrutschen der Stange nach oben und unten. Wenn der Draht länger wäre, würde sich das Ruder schwerer bewegen. Die Verbindungen mit Schrumpfschlauch werden nach dem genauen Ausrichten mit dünnflüssigem Sekundenkleber fixiert.
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Genial einfach, einfach genial ist auch die Verbindung mit CFK Stange, Schrumpfschlauch und Nadeln. Die Stange sollte je ca. 1 bis 3 mm kürzer sein als die Höhe zwischen den Rudern innen. Auf die Enden werden ca. 1,5 - 2cm Schrumpfschlauch aufgeschrumpft, und im warmen Zustand mit einer Zange flach gedrückt. In einen Schlitz im Flügel kann nun dieses Schrumpfschlauchende eingeschoben werden, und nach genauem Ausrichten der Ruderneutralstellungen oben und unten, mit einer Nadel befestigt werden. Der Kopf der Nadel wird abgekniffen und die Nadel wird ganz ins Depron eingeschoben. So ist die Befestigung fast unsichtbar. Überstehender Schrumpfschlauch kann bündig zur Ruderoberfläche abgeschnitten werden.